Seltener Einblick in das Wasserkraftwerk

Überschaubare Besucherzahlen beim Mainradfest

BLICK auf die Eddersheimer Schleuse: Beim Mainradfest der Städte Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim konnten die Besucher auch an einer Führung teilnehmen. (Foto: Scherer)

Kelsterbach. Auf den bereitgestellten Liegestühlen hatten es sich einige Besucher mit einem Getränk bequem gemacht. Es duftete nach Gegrilltem, Kinder spielten mit Diabolos und balancierten auf Stelzen, und die Hispanos aus Rüsselsheim verbreiteten mit ihrer Gitarrenmusik mediterrane Klänge. Ein Hauch von Sommer hätte über dem Mainufer nahe der Eddersheimer Schleuse liegen können, wenn auch noch das Wetter mitgespielt hätte. Doch statt angenehmer Temperaturen gab es abwechselnd kleine Schauer und Wind – die Sonne ließ sich nur ab und an blicken.

Die Städte Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim hatten im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit „Drei gewinnt“ zum Mainradfest eingeladen. Federführend bei der Organisation war die Wirtschaftsförderung der Stadt Kelsterbach. Finanziell unterstützt wurde das Mainradfest aus Fördermitteln des Programms „Stadtumbau in Hessen“.
Mit dem Mainradfest sollte vor allem eines erreicht werden: Werbung für den ausgebauten Radweg am Südufer des Flusses. Laut Angelika Niederberger von der Wirtschaftsförderung Kelsterbach wolle man so auf die im letzten Jahr eröffnete Ölhafenbrücke und den Opelsteg hinweisen, der im kommenden Jahr fertig werden soll. Dann könne man erstmals seit Jahrzehnten wieder ohne Unterbrechung von Mainz bis Frankfurt am Mainufer entlangfahren, so Niederberger. Auch das Ufer wurde im Zuge des Radwegausbaus komplett neu gestaltet und parkähnlich angelegt.
Von dem wachsenden Radtourismus sollen auch die drei am Main gelegenen Städte durch das „Ab in die Mitte“-Programm profitieren. „Wir möchten mit solchen Veranstaltungen auch auf die Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in den Städten aufmerksam machen“, so Niederberger. In Kelsterbach seien dies das Sport- und Wellnessbad sowie das Umwelthaus.
Viele Besucher erwiesen sich als wetterfest und kamen trotz dunkler Wolken mit dem Rad oder zu Fuß an den Main. Neueste Informationen zum Radweg und den angeschlossenen Ausflugszielen gab es an einem Informationsstand des Regionalpark Rhein-Main Südwest. Außerdem war die Kinder-Schifffahrtsschule des Wasser- und Schifffahrtsamts vor Ort und informierte spielerisch über seine Arbeit. Dort lernten die Kinder Seemannsknoten zu knüpfen. Gut besucht war auch ein ökumenischer Gottesdienst der Kirchengemeinden in der nahegelegenen Mönchhofkapelle.
Für die Verpflegung war der BSC verantwortlich, der die Gäste mit Gegrilltem und kühlen Getränken versorgte. Auch das Spielmobil der Turngemeinde Rüsselsheim war vor Ort. Mit der Resonanz sei man in Anbetracht des Wetters zufrieden, erklärte Niederberger.
An den beiden Führungen durch das Wasserkraftwerk der Eddersheimer Schleuse nahmen über 80 Interessierte aus den umliegenden Städten teil. Über den Steg der 1933/34 erbauten Schleuse ging es in die Hallen des Wasserkraftwerks, in dem insgesamt drei Turbinen Strom erzeugen. Informativ, aber mit über einer Stunde vielleicht etwas zu lang geraten, war der Vortrag über die Geschichte der Schleuse und der Mainschifffahrt sowie über die technischen Details der Stromerzeugung.
Die vom Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg betriebene Eddersheimer Schleuse ist nur eine von insgesamt 34 Staustufen auf einer Länge von 384 Kilometern zwischen Bamberg und der Mündung des Mains in den Rhein. Da der Fluss ein Gefälle von rund 150 Metern hat, benötigt man die Schleusen, damit überhaupt Schifffahrt auf dem Main möglich ist.
Wie Hans-Joachim Scheid von der Leitzentrale Kostheim erklärte, werde an der Eddersheimer Schleuse das Wasser nicht eingepumpt. Stattdessen lasse man das Wasser nur rein- und rausfließen. Reguliert werde der Wasserstand über Walzen. Die beiden Schleusenstraßen sind 15 und 12 Meter breit und die einfahrenden Schiffe werden zusätzlich durch ein Fangseil abgesichert und gebremst – eine Konsequenz aus einem Beinaheunglück im Jahr 1980. „Damals hatte bei einem Schiff die Umsteuerung versagt und es hat mit dem Kopf im Tor gesteckt“, so Scheid. Glücklicherweise habe das Tor gehalten, sonst wäre das Schiff das Gefälle heruntergestürzt und gesunken.
Bis zu 70 Schiffe pro Tag passieren die Schleuse, geladen haben sie meist Futtermittel, Kohle oder Sand. Aber auch die Freizeitschifffahrt komme hinzu, erklärte Scheid.
Fast alle der 34 Staustufen erzeugen auch Strom. In Eddersheim tut dies ein Laufwasserkraftwerk. Der Fluss wird gestaut, wodurch ein Ober- und Unterwasser mit entsprechender Fallhöhe entsteht. Dies ist nötig, damit dass Wasser beschleunigt und durch die Turbinen geleitet werden kann. Die Turbinen treiben Generatoren an, die Strom erzeugen, in Eddersheim bis zu 25 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Rund 7000 Haushalte werden so mit Strom versorgt.
Während des Vortrags wurde von den Zuhörern bemängelt, dass der Steg über die Schleuse für Radfahrer schwer zu erreichen und zu befahren sei. „Der Steg ist auch eigentlich nur ein Wartungssteg und kein offizieller Radweg“, betonte Hans-Joachim Scheid. Der Eigentümer, sprich die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, biete den Städten nur die Nutzung des Stegs an und sei nicht verpflichtet, den Steg auszubauen.
Weiter ausgebaut hingegen wird der Opelsteg in Rüsselsheim. Er soll Ende April 2015 eingeweiht werden. Dann, erklärte Angelika Niederberger, könnte es ein zweites Mainradfest geben, diesmal in der Opelstadt. (nad)

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