Die Segel der Feuerreiter Kelsterbach herumreißen

Vier Frauen wollen den Karnevalsverein retten / Party statt lange Gala-Sitzung

Mit ganzem Herzen Karnevalistinnen: Manuela Gischkat (links) und Katharina Plitt-Kohlhöfer wollen den Feuerreitern wieder Leben einhauchen. (Foto: Koslowski)

Kelsterbach (rko). Die Feuerreiter spucken wieder Feuer. Zumindest blickt der Karnevalsverein optimistisch und positiv in die Zukunft. Dabei war das Feuer fast erloschen, bis sich im Herbst des vergangenen Jahres nach dem Rücktritt des alten Vorstandes sogar schon Auflösungsgedanken breitgemacht hatten. 

Aber damit wollten sich einige Vereinsmitglieder nicht abfinden. Katharina Plitt-Kohlhöfer (Vorsitzende), Manuela Gischkat (Stellvertreterin), Celine Sinning (Kassiererin) und Janina Seib (Schriftführerin) bilden den neuen Vorstand. Die Frauen sind alle Mitglied der Garde und hatten vorher abgesprochen, dass sie als Feuerreiter die Zügel in die Hand nehmen wollen. „Wir können uns blind vertrauen“, betont Plitt-Kohlhöfer. 
Das klingt gut für das Jahr 2022, in dem der Karnevalsverein 70 Jahre besteht. 1952 gegründet, werde der runde Geburtstag aber nicht gefeiert. Denn 70 sei keine Schnapszahl und nur solche Zahlen werden von Karnevalsvereinen gefeiert. 
Plitt-Kohlhöfer und Gischkat nehmen sich die Zeit, um mit dieser Zeitung über die Zukunft und die Ziele der Feuerreiter zu sprechen. Zunächst aber noch der kurze Blick zurück. Der alte Vorstand habe nicht mehr im Amt bleiben wollen, weil die Kartenverkäufe der Gala-Sitzung rückläufig gewesen seien, weil die Ideen ausgegangen seien, weil immer mehr von den gebuchten Stammrednern aufgehört hätten. „Das Schiff war schon lange am Sinken“, reden die beiden Frauen nicht um den heißen Brei herum. Dies sollte allerdings nicht das Ende sein, beschlossen die vier Frauen. Plitt-Kohlhöfer kann sich ein Leben ohne die Fastnacht nicht vorstellen, Gischkat ist seit dem vierten Lebensjahr Vereinsmitglied. 

Allgemein zurückgehendes Interesse am Karneval

Eines war beim Amtsantritt klar: Die Kampagne 2021/22 war gelaufen, ob mit oder ohne Corona-Pandemie. Dass die Kampagne inzwischen wegen der hohen Infektionszahlen ohnehin ins Wasser gefallen wäre, spielt dem Verein durchaus in die Hände. Der Neustart sei jetzt einfacher, es habe kein Druck bestanden, kurzfristig eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, sagt Gischkat. Eines machen die beiden Frauen im Gespräch bereits deutlich: Eine Gala-Sitzung, wie sie bisher gehalten wurde, werde es nicht mehr geben. Denn die Sitzung in der traditionellen Form sei bereits seit vielen Jahren im gleichen und unveränderten Stil präsentiert worden. Das Publikum suche jedoch nach etwas Neuem, sagt Plitt-Kohlhöfer. Ein sechsstündiges Programm sei den Zuschauern inzwischen zu lang, so etwas werde nicht mehr angenommen. Das Publikum, insbesondere die jungen Menschen, wollten sich selbst bewegen.
Verantwortlich für den Schwund beim Kartenverkauf machen die beiden Frauen aber auch das allgemein zurückgehende Interesse am Karneval. Viele Menschen hätten keine Verbindung mehr zu Fastnacht. Deshalb sehen Plitt-Kohlhöfer und Gischkat eine Party statt eine Sitzung vor ihren Augen. Sie können sich ein reduziertes Programm vorstellen, im Fokus soll die Party mit Musik, Tanz und dem geselligen, stimmungsvollen Zusammensein stehen. „Wir haben uns noch nicht festgelegt“, lassen sie die Form noch offen. 
Bei der neuen Fastnachtsparty soll auch die Garde mit von der Partie sein. Ziel sei es, die Garde wieder aufzupeppen. Die große Garde kommt aktuell mit sechs Tänzerinnen im Alter von 19 bis 34 Jahren recht schmal daher. Neue Tänzerinnen seien willkommen, werben Plitt-Kohlhöfer und Gischkat. Es könnten auch gerne Anfängerinnen vorbeischauen, die einen Sinn für Geselligkeit, Spaß und Gemeinschaft mitbringen. 
Eine Garde mit Mädchen gibt es gar nicht. Auch sie soll wieder aufgebaut werden. Der Bedarf sei jedenfalls vorhanden, wissen die beiden Vorstandsmitglieder. Es gebe genügend Mädchen, die tanzen möchten. „Wir wollen mit den Mädchen eine Basis schaffen“, sagt Plitt-Kohlhöfer. Allerdings würden auch die vorhandenen Hallenkapazitäten eine Rolle beim Trainingsangebot spielen. 
Sie und Gischkat machen darauf aufmerksam, dass sie erst im November in den Vorstand gewählt worden seien. Jetzt müsse erst einmal die Übergabe mit dem alten Vorstand über die Bühne gehen. Der neue Vorstand hat sich mit einem Brief den 128 Mitgliedern vorgestellt. In dem Schreiben werde auch um Vorschläge für Neuerungen gebeten. Rund 30 der 128 Mitglieder seien derzeit aktiv.
„Wir wollen auf jeden Fall in der nächsten Kampagne an den Start gehen“, sagen die beiden. Denn sie sind mit ganzen Herzen Karnevalisten. Die 30-jährige Plitt-Kohlhöfer ist bereits 25 Jahre im Karneval aktiv, die zwei Jahre ältere Gischkat seit 28 Jahren. „Wir wollen den Menschen einen schönen Abend bieten“, nennt Gischkat den Grund für ihren inneren Antrieb. „Wir gehen den Neuanfang optimistisch an“, blickt Plitt-Kohlhöfer positiv in die kommenden Monate. 

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