Radiobörse im Kelsterbacher Fritz-Treutel-Haus

Nostalgie und Technik: Hier basteln und fachsimpeln die Profis

Mittels Bluetooth-Bausatz machte Matthias Zeder (rechts) alte Röhrenradios für Funkwellen empfänglich. (Foto: Postl)

 

Kelsterbach (pos). Im Fritz-Teutel-Haus summte und brummte es am Sonntag immer wieder mal an verschiedenen Ständen. Der Verein Radiofreunde Kelsterbach hatte – nach einer Corona-Pause im vergangenen Jahr – wieder zu seiner beliebten Radiobörse eingeladen.

Recht viele Anbieter von historischen Radios und entsprechendem Zubehör nutzten die Gelegenheit, mit einem Stand ihre Artikel zu präsentieren und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. „Die Nachfrage war recht groß und wie man sieht, kommen einige sogar von weit her“, freute sich Boris Wittke, Vorsitzende der Radiofreunde, mit Blick auf Gäste aus Kassel. 

Betagten Radioempfängern wieder Leben eingehaucht

Das Brummen und Summen kam meist von betagten Radioempfängern, wenn versucht wurde, diesen wieder Leben einzuhauchen. „Wenn das Ding wieder lebt, bedeutet das noch lange nicht, dass da auch was rauskommt“, erklärt Matthias Zeder. Er verweist darauf, dass die früher beliebte Mittelwelle ja abgeschafft wurde und der UKW (Ultrakurzwelle) könnte es bald ähnlich ergehen. Der Elektriker hat jedoch eine Lösung parat: An einem geöffneten Radioempfänger zeigt er, wie man auch in Zukunft aus einem betagten Gerät einen zeitgemäßen Funkwellenempfänger machen kann. „Das Herzstück ist dieses Bauteil, dazu braucht man noch eine entsprechende Verbindung – und schon klappt es“, hielt Zeder eine kleine Platine mit entsprechender Elektronik in der Hand. „Was in meinem Beruf eigentlich tabu ist, nämlich Lötkolben und Lötzinn, das ist hier gefragt“, so der Elektriker. 
Zeder drückte auf die „MW-Taste“ des alten Radioempfängers, dann überbrückte der Bastler aus Nidda zwei Schnittstellen mit seinem Zubehör – und schon ertönte Musik aus dem Radiogerät. „Jetzt kann man die Sender so wie vorher auch suchen“, freute sich Zeder. Das brachte einige Besucher zum Staunen und lockte weitere Interessierte an seinen Stand. Er hatte gut vorgesorgt und einige solcher Elektronikbauteile dabei, doch man kann diese auch bei ihm nachordern. „Im Internet gibt es alle Informationen über mich und sogar eine genaue Bauanleitung in Youtube“, betonte Zeder. 

Kontakte pflegen und Fachgespräche führen

Ein paar Tische weiter zog ein altes Radiogerät aus russischer Produktion die Blicke auf sich. „Da träumt man doch davon, dass dieses edle Teil einmal bei Nikita Chruschtschow in der guten Stube gestanden hat“, meinte ein interessierter Besucher. Das Gerät war mit kyrillischen Buchstaben geschmückt und im Zentrum ragte der rote Stern hervor. Rund 700 bis 800 Euro wollte der Besitzer dafür haben.
Mit einem ganzen Wagen voller alter Teile kamen Winfried Herrlich und Mustafa Qusem zur Radiobörse. Das betagte Elektronikarsenal reichte vom Oszilloskop bis hin zu entsprechenden Kabeln. „Ob wir davon was loswerden, wird sich zeigen – aber bei so einem Basar stehen andere Prämissen im Vordergrund“, verwies Herrlich auf alte und neue Kontakte sowie entsprechende Fachgespräche. 
Dies traf auch für Oliver Lemki zu, der viele Radiogeräte, Plattenspieler und Zubehör aufgetürmt hatte. „Ich sammle jetzt schon über 45 Jahre und es nimmt kein Ende“, beschrieb er seine Begeisterung für alte Radios. Lemki verließ immer mal kurz seinen Stand, weil er etwas weiter eine interessante Entdeckung gemacht hatte. Wenn er noch was aus seinem Fundus verkaufe, könne er sich etwas anderes leisten, so der leidenschaftliche Sammler. Auch sah er die Radiobörse mehr als Naturalientausch denn als gewinnbringender Handelsplatz.
„Genau das ist unsere Intention: Die Leute sollen sich in ihrem Element wohlfühlen – besonders jetzt in solch problematischen Zeiten“, meinte Boris Wittke.

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