Postkarten und andere Fundstücke

„Leben am Fluss“ – Sonderausstellung informiert über den Alltag am Untermain

ÜBER DAS LEBEN AM FLUSS informiert eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Kelsterbach. Wie der Main das Leben der Kelsterbacher sowohl im positiven als auch negativen Sinne beeinflusst hat, dokumentieren viele Fotos, Bilder und Aufzeichnungen, die die Museumsgruppe um Karl Schmiedt mit viel Liebe zum Detail zusammengetragen hat. (Foto: Postl)

Kelsterbach. Das Leben an einem Fluss ist abwechslungsreich, erholsam, wirtschaftlich von Vorteil, manchmal aber auch schwierig – wie sehr zeigt die Sonderausstellung „Leben am Fluss“, die jetzt im Stadtmuseum eröffnet wurde. Die Museumsgruppe um Karl Schmiedt hat zahlreiche Bilder und Dokumente zusammengetragen, die den Alltag am Main aber auch außergewöhnliche Situationen, zum Beispiel bei Hochwasser, aufzeigen.
 

„Wir wollen mit dieser Ausstellung das Leben aber auch die Lebensumstände am Main wieder einmal vor Augen führen“, erläuterte Bernhard Wiegand. Der Vorsitzende des Volksbildungswerks verwies auf die Bedeutung des Mains als Handelsstraße. „Seit über 1200 Jahren siedeln nun schon Menschen hier in Kelsterbach am Fluss“, verwies Bernhard Wiegand auf die erstmalige Erwähnung von Kelsterbach im Lorscher Codex.
Die Sonderausstellung beleuchtet jedoch eher die jüngere Vergangenheit der Stadtgeschichte und behandelt das Thema von den unterschiedlichsten Blickwinkeln aus. So werden auch die schönsten Postkarten, die einst aus Kelsterbach in alle Welt verschickt wurden, gezeigt.
Es gibt viele Foto-Dokumente, aber auch Fundsachen aus dem Main sowie Modelle von Schiffen, die einst den Main befuhren, als er noch keine internationale Wasserstraße war.
Viele Fotos fand die Museumsgruppe im eigenen Archiv und im Archiv des Werksfotografen der Enka. Aber auch Privatleute stellten Aufnahmen zur Verfügung.
Zu sehen sind fröhliche Menschen, die am Kelsterbacher Mainufer sitzen, und miteinander reden. Auf einem anderem Bild hat ein Flößer gerade seine Fracht festgemacht. Auch der Fährmann „Bastian“, der vielen älteren Kelsterbachern wegen seiner Verschrobenheit noch gut in Erinnerung ist, schmunzelt auf einer Aufnahme.
Andere Fotos zeigen das Jahrhunderthochwasser von 1925, als man in der Friedhofstraße „Bootsche“ fahren und sich nur auf Holzstegen im Unterdorf fortbewegen konnte.
In der Ausstellung erfährt der Besucher aber auch, welche Fische es früher im Main gab. Weiterhin sind viele aus dem Main geborgene Gegenstände, wie Flößerhaken, Anker oder Hufeisen von den Treidelpferden zu sehen. Und wer erfahren will, wie die „Moahkuh“ zu ihrem Namen kam und was das überhaupt war – auch der sollte die Ausstellung besuchen.
Bei der Eröffnung stieß die Ausstellung auf großes Interesse, viele Kelsterbacher fühlten sich in die eigene Vergangenheit zurückversetzt. „Meine Familie stammt aus der Windmühle, die auf dem Hügel am Mainbogen stand“, zeigte Theo Nagel seiner Frau Inge den früheren Stammsitz der Familie auf einem Bild. Sein Ur-Ur-Urgroßvater hatte die Windmühle erbaut.
Andere erinnerten sich an den „Gelben Weg“, der einst von der Rüsselsheimer Straße zum Main hinunterführte und im Winter eine beliebte Rodelbahn war.
„Ich bin noch im Main geschwommen, bis es dann verboten wurde“, berichtete Wilfried Harth. Andere erkannten unter den Pferdewäschern am Main bekannte Gesichter. Auf großes Interesse stieß auch das Bild mit den Hochwasserstegen in der Sindlinger Straße, hier wurden viele abenteuerliche Erinnerungen wach.
„Wir hoffen, dass viele Kelsterbach den Weg hierher in die Ausstellung finden, denn sie ist wirklich sehr interessant“, betonte Bernhard Wiegand. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. März sonntags zwischen 14 und 17 Uhr sowie mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr im Stadtmuseum in der Marktstraße zu sehen. (pos)

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