Oldtimerfreunde Flörsheim/Kelsterbach eröffnen Saison

Autofans präsentierten am Sportpark ihre Schätze auf vier Rädern

Ein Blick unter die Motohaube gehörte bei der Autoschau am Kelsterbacher Sportpark dazu. (Foto: Koslowski)

Kelsterbach (rko). Picknicken im Wald? Picknicken auf einer Wiese? Picknicken in einem Park? Alles gut und schön. Aber was ist mit Picknicken zwischen Karosserien, die schon etliche Jahrzehnte über die Straße gerollt sind? Mal was anderes und endlich auch wieder bei den Oldtimerfreunden Flörsheim/Kelsterbach war das möglich. 

Die Liebhaber historischer Automobile eröffneten ihre Saison mit einer kleinen Ausstellung auf dem Parkplatz des Tennisclubs. Und durchaus machten es sich einige Eigentümer und Fans der Oldtimer mit Campingmöbeln zwischen Opel und Simca, zwischen Rolls Royce und Citroën gemütlich. An Weißwandreifen und vor geöffneten Motorhauben durfte endlich wieder gefachsimpelt werden. Der Blick auf eine Innenausstattung aus Edelholz entschädigte für das lange Ausharren der letzten 24 Monate. 

Erste Ausstellung seit 2019 

„Das ist die erste Ausstellung seit 2019“, freute sich denn auch Norbert Kleiner, Gründer und Sprecher der Interessengemeinschaft. Der Kelsterbacher selbst war mit einem Opel Kapitän B, Baujahr 1969, vorgefahren, den er bereits seit 30 Jahren besitzt. Mit der großen Ausstellung in Flörsheim im Jahr 2020 sollte eigentlich das zehnte Oldtimerwochenende gefeiert werden. Jetzt wird das im 13. Jahr am kommenden Wochenende, 7. und 8. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr auf dem Festplatz hinter dem Bootshaus in Flörsheim nachgeholt. 
Mit der Ausstellung am 1. Mai eröffnen die Oldtimerfreunde ihre Saison. Sie gastierten erst zum zweiten Mal in Kelsterbach. Zuvor waren sie am Mainufer in Flörsheim gewesen. Der Platz dort habe sich inzwischen als zu klein entpuppt, weil sich immer mehr Oldtimerfreunde beteiligen. Am Sonntag erwartete Kleiner rund 100 Fahrzeuge von nah und fern. Ganz besonders freute er sich auf die 96-jährige Margarethe Ebert aus der Nachbarschaft, die ihren VW Golf II vorstellen wollte, der ab 1983 gebaut wurde. Sie selbst fahre kein Auto mehr, sagte sie schmunzelnd. Kleiner hatte den Golf mit ihr als Beifahrerin zur Ausstellung gefahren. Sie habe aber immerhin 34 Jahre hinter dem Steuer gesessen, erzählte sie. Jetzt wolle sie das Auto trotz aller Liebhaberei an einen jungen Mann verkaufen. 

Simca 8, Rolls-Royce und Opel Rekord C

Die Interessengemeinschaft zählt 35 Oldtimerfans. Die Zeit ohne Ausstellung habe sie ohne Verluste überstanden, freute sich Norbert Kleiner. In der von ihm angemieteten Halle, wo einige Mitstreiter ihre Fahrzeuge stehen haben, habe man sich unter Coronabedingungen getroffen, erzählt und geschraubt. Dort treffen sich die Oldtimerfreunde in der warmen Jahreszeit jeden zweiten Dienstag im Monat zum Stammtisch, im Winter weichen sie in Gaststätten aus. Am Sonntag war das Wetter in Ordnung, ein Spaziergang an der Reihe der Oldtimer vorbei, die quasi ein Spalier bildeten, bereitete Freude. Das älteste Fahrzeug war ein Simca 8. Das Tochterunternehmen des italienischen Automobilkonzerns Fiat baute diesen Wagen der unteren Mittelklasse von 1938 bis 1951. Bernd Blaschkes Simca 8 wurde im Jahr 1940 produziert. Die Karosserie erinnert an den Citroën Traction Avant, das sogenannte Gangster-Mobil. Die Form der Karosserie begeistert den Besitzer. Das Auto sei das ganze Jahr angemeldet, er sitzt auch bei Alltagsfahrten am Steuer. „Das Auto ist ein Gebrauchsgegenstand“, sagte er. In der Spitze bringt es der Simca 8 auf 70 Stundenkilometer. Er belasse es jedoch meist bei 50 Stundenkilometer, weil er den Motor nicht kaputtmachen wolle, meinte Blaschke. 
Der Rolls-Royce von Joachim Becker ist nur 13 Jahre jünger. Sein Silver Dawn (Silberne Dämmerung) stammt aus dem Produktionszeitraum 1949 bis 1955. Es sei das erste Modell gewesen, das Rolls-Royce nach dem Zweiten Weltkrieg produziert habe. Zuvor hatte Becker einen Rolls-Royce Silver Shadow, Produktionszeitraum 1955 bis 1980. Ihn reize die Technik, die nach dem Krieg entwickelt worden war, welche Lösungen gefunden wurden und dass Geld dafür keine Rolle gespielt habe. „Ich habe mich der Ingenieurskunst verschrieben“, sagte Becker, dem freilich auch die Form der Karosserie gefällt. Matthias Steurer war mit seinem Opel Rekord C, Baujahr 1971, da. Er liebt die geschwungene Form des Autos. Opel, damals zu General Motors gehörend, habe die Karossiere den Flaschen von Coca Cola nachempfunden. Er habe lange nach einem Oldtimer gesucht, erzählte Steurer. Dieses Modell habe ihm auf Anhieb gefallen. Sein Rekord sei kein Alltagsauto. Hin und wieder fährt er ihn im Sommer. Steurer freute sich, dass es wieder Ausstellungen gibt, man ins Gespräch kommen und sich andere Fahrzeuge anschauen kann.
Keinen Oldtimer, sondern einen Youngtimer (Liebhaberfahrzeug) präsentierte Norbert Belsky. Sein sportlicher brauner MG (Morris Garages) stach aus den viel älteren Karosserien heraus. Der MG F ist ein zweisitziger Mittelmotor-Roadster mit dem Baujahr 1995. Sein Modell ist eine einmalige Sonderausführung, weil der Vorbesitzer die werksmäßigen runden durch ovale Scheinwerfer ersetzte. Ein Blickfang war der Buick Special aus dem Jahr 1967. Ralf Froesc hat auf dem Lüftungsgitter eine Spinne mit Netz platziert. Der Kofferraum öffnet sich seitlich. „Das sieht cool aus, ein bisschen Show ist dabei“, sagte er lachend. 
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