„Wir nehmen die Sache sehr ernst“

Eltern übergeben 1850 Unterschriften gegen die Erhöhung der Kita-Gebühren

NEIN zur Erhöhung der Kitagebühren sagten 1850 Eltern. Die Unterschriften übergaben Martina Gerner (links) und Jeanette Iriti (rechts) an den Ersten Stadtrat Kurt Linnert und an Bürgermeister Manfred Ockel. (Foto: Scherer)

Kelsterbach. Wochenlang haben Mütter und Väter im Stadtgebiet Unterschriften gegen die beschlossene Erhöhung der Kitagebühren gesammelt. Insgesamt 1850 Bürger unterstützen die Aktion. Die Listen mit den Unterschriften übergaben jetzt Jeanette Iriti und Martina Gerner von der Elterninitiative gegen die Gebührenerhöhung an den Ersten Stadtrat Kurt Linnert und Bürgermeister Manfred Ockel. Rückendeckung erhielten sie dabei von zahlreichen Mitstreitern, die auch ihren Nachwuchs mit auf den Rathausplatz gebracht hatten.

Zehn Jahre lang waren die Elternbeiträge in der Untermainstadt stabil, nun werden sie ab dem 1. Januar 2015 angehoben. Anfang Oktober informierte die Stadtverwaltung alle Eltern per Brief über die Erhöhung, die gemeinsam von den kirchlichen Trägern der Kitas und der Stadt beschlossenen wurde. Daraufhin regte sich Widerstand. Viele betroffene Eltern engagierten sich in einer Initiative.
„Wir wollen ganz klar, dass die Gebührenerhöhung zurückgenommen wird“, bekräftigte Jeanette Iriti die Forderung der Eltern. Den Unterzeichnern wurde mit einem großen Banner gedankt: „1850 Unterschriften. Danke Kelsterbach!“
Die Elterninitiative verweist auf die Doppelbelastung vieler Familien durch die Gebührenerhöhung und die Anhebung der Grundsteuer. Für viele junge Familien sei das nicht mehr tragbar, die Erhöhung der Kitagebühren sei unverhältnismäßig, zumal keine konkreten Gründe für die Anhebung genannt würden. Mit steigenden Kosten durch die Ausweisung neuer Baugebiete und den Rechtsanspruch auf die U 3-Betreuung habe man bereits vor Jahren rechnen und entsprechende Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Umstrukturierungen ergreifen müssen, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Elterninitiative plädiert zudem für die Einrichtung eines Stadtelternbeirates mit Anhörungsrechten zu Themen wie Kita-Finanzierung, Entgelte und Öffnungszeiten.
Stadtrat Linnert dankte den Eltern für ihr Engagement. Es sei legitim, dass man in dieser Form gegen die Entscheidung protestiere. Viele Eltern hätten in den letzten Wochen ihren Unmut geäußert – viele sachlich, einige weniger sachlich, so Linnert. Man werde sich die Unterschriften anschauen und Mitte Dezember dazu eine Stellungnahme abgeben. „Wir nehmen die Sache sehr ernst, aber ich kann Ihnen heute noch überhaupt keine Zusage machen“, so der Erste Stadtrat, der betonte, dass Kelsterbach auch nach den Erhöhungen im Vergleich zu anderen Kommunen im unteren Drittel bei den Elternbeiträgen liege.
Zwischenrufe, dass ja die Kinderbetreuung in Rheinland-Pfalz umsonst sei, quittierte Linnert mit dem Verweis, dass Hessen über den Länderfinanzausgleich für die kostenfreien Kitas dort aufkomme. „Die Gebühren dafür zahlen wir“, so Linnert.
Neben Ockel und Linnert waren auch Vertreter der Kirchengemeinden vor Ort, darunter Sabine Baur von der Friedensgemeinde und Klaus Preußner vom Kirchenvorstand der St. Martinsgemeinde. „Ich finde es positiv, dass die Eltern Stellung beziehen, das ist ihr demokratisches Recht“, sagte Sabine Hörauf vom Kirchenvorstand der Christuskirchengemeinde. Sie wünscht sich, dass sich die Mütter und Väter ähnlich engagiert in den Elternbeiräten der Kitas und in den Kirchenvorständen einbringen würden. „Denn der Kirchenvorstand beschickt ja die Trägerrunde.“ In dieser habe man gemeinsam die Gebührenerhöhung beschlossen.
„Wir haben es uns nicht leicht gemacht und lange die Gebühren verglichen“, erklärte Hörauf. Zwar sei es unklug gewesen, in den letzten zehn Jahren die Gebühren nicht zu erhöhen. „Aber die Eltern sollten auch nicht vergessen, dass unsere Kitas sehr gut ausgestattet sind, auch personell.“
Auf Vorschlag von Bürgermeister Ockel wollen sich die Träger, Stadt und Eltern zusammensetzen und ihre Argumente austauschen. „Das wäre schon mal ein guter Anfang. Dieses Dialogangebot hätten wir uns schon vorher gewünscht“, sagte Martina Gerner. (nad)

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