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Müll nein! – Baden ja?

Unbekannte rufen zu mehr Sauberkeit am Mönchwaldsee auf

BELIEBTER BADEPLATZ: Das Ostufer des Mönchwaldsees. (Foto: Postl)

Kelsterbach. „An alle Stammgäste und Besucher vom Kelsterbacher Badesee“ ist auf einem Zettel am Mönchwaldsee zu lesen, der auf ein Schild, das vor der Eisfläche warnt, geklebt ist. Der Hinweis, man möge doch darauf achten, dass die Liegeplätze nicht zu Müllhalden verkommen, orientiert sich nicht gerade an den Vorgaben für ein Landschaftsschutzgebiet. Verfasst hat den Aufruf „Die Initiative“ – eine solche ist jedoch weder dem Ordnungs- noch dem Liegenschaftsamt der Stadt Kelsterbach bekannt.
 

„Das ist ja interessant zu erfahren, wir wissen von solch einer Initiative nichts“, zeigte sich Rüdiger Werdt vom Liegenschaftsamt überrascht. Er verweist jedoch auch gleich auf das Badeverbot am Mönchwaldsee und dass für die Überwachung der Einhaltung das Regierungspräsidium in Darmstadt zuständig ist. „Wir sind dort schon mehrmals vorstellig geworden, doch man hat uns wissen lassen, dass man überlastet sei“, so Werdt.
Das scheinen auch die illegalen Badegäste am Mönchwaldsee zu wissen. „Hier hat noch keiner kontrolliert und ich bin oft hier“, so ein Nudist. Entlang des Ufers gibt es viele Badegäste.
Am hohen Südufer wurde zwar der alte Zaun durch einen neuen, stabileren ersetzt, doch gibt es genug Pfade, die zu Lücken und Löchern führen. Auch durch den Wald am Ostufer führen zahlreiche Wege zu den Stammplätzen. Einige Wege vom Badesee enden als Sackgasse im Gehölz, hier riecht es nach öffentlicher Toilette. Dass die illegalen Badegäste den ganzen Tag ihre Bedürfnisse einhalten, ist nicht anzunehmen, dagegen sprechen diese diversen „Geruchsinseln“ im Wald.
Um die Mittagszeit gleicht das Treiben auf dem See dem einer öffentlichen Badeanstalt. Nicht nur Erholungssuchende schwimmen, spärlich bekleidet oder nackt, im Gewässer sondern auch Schlauchboote und Luftmatratzen werden zu Wasser gelassen.
Eine Aufsicht gibt es wegen des offiziellen Badeverbots freilich nicht. Bei einem Unfall würde bis zum Eintreffen der Rettungsdienste lange Zeit vergehen. „Vielleicht muss ja erst mal was Schlimmes passieren, damit hier wieder entsprechend kontrolliert wird“, meinte ein vorbeikommender Radler.
Ein Landschaftsschutzgebiet sieht jedenfalls anders aus, als sich derzeit der Mönchwaldsee, insbesondere der Waldbereich am östlichen und südlichen Ufer, präsentiert. Dort stehen im Unterholz sogar Zelte und Strandmuscheln. In der Dämmerung steigen an verschiedenen Stellen kleine, aber eindeutig von Grills ausgehende Rauchwölkchen auf.
„Wenn die den Bannwald abholzen können, dann kann ich doch erst recht hier schwimmen gehen“, meinte eine Kelsterbacherin trotzig und glitt ins Wasser. (pos)

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