Melis Ntente aus Kelsterbach für Literaturpreis nominiert

20-Jährige dichtet seit ihrer Kindheit / Abstimmung läuft bis 3. Mai

FINDET IM ALLTAG Inspiration für ihre Gedichte: Die Kelsterbacherin Melis Ntente. (Foto: privat)

Kelsterbach (tami). Schon in der Grundschule, da war sie gerade mal acht Jahre alt, hat Melis Ntente ihre ersten Gedichte geschrieben. Nun wurde die 20 Jahre alte Kelsterbacherin für den hr-2-Literaturpreis nominiert. 

Zusammen mit neun anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern tritt sie bei dem Wettbewerb „Kämpf um jedes Wort“ an. Noch bis Mittwoch, 3. Juni, kann online der Gewinner oder die Gewinnerin bestimmt werden. Über 400 junge Schriftsteller und Dichter zwischen 16 und 25 Jahren hatten in diesem Jahr beim Vorentscheid „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“ mitgemacht. Veranstaltet wird der Wettbewerb vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Thüringer Staatskanzlei und dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm. Auch Melis Ntente hatte sich beworben und mit drei Gedichten den ersten Platz belegt. Ein besonderer Erfolg für die junge Dichterin, die sich seit einigen Jahren am Wettbewerb beteiligt.

Liebe, Freundschaft und politische Themen

Neben dem Erfolg beim Literaturforum ist die Teilnahme am diesjährigen Rüsselsheimer Kultursommer ein weiterer Höhepunkt für die Kelsterbacherin, die in der Opelstadt geboren wurde. Am 30. Juni wird Ntente zusammen mit ihrer Freundin und Förderstipendiatin 2018 der Stadt Rüsselsheim, Rania Daoudi, einige ihrer Gedichte vorlesen. Ntente studiert im zweiten Semester Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt in Dieburg und ist als freie Mitarbeiterin für eine Rüsselsheimer Lokalzeitung unterwegs. Veröffentlicht hat sie auch in der Süddeutschen Zeitung und der Anthologie „Edel-Herb Erlesen: Lyrischer Lorbeer 2018“. Im vergangenen Jahr war sie Preisträgerin des Wettbewerbs „frankfurtcollage“.
In ihren Gedichten geht es oft um Liebe und Freundschaft. Immer häufiger prägen ihre Werke auch politische Themen. Darüber hinaus schreibt sie über die Erfahrungen und Gefühle von Menschen mit Migrationshintergrund – sie selbst hat griechische Wurzeln – und gelegentlich über Religion, vor allem über den Islam, denn sie selbst ist Muslima.
„Ich versuche, überall Inspirationen zu finden“, erzählt die Jungautorin. Sei es in Gesprächen mit Freunden und Freundinnen oder bei einem einsamen Waldspaziergang. „Manchmal kommen die Ideen angeflogen wenn ich am Schlafen bin.“ Oft helfe es ihr, wenn sie Romane oder Gedichtbände lese.

„Ein Satz kann unser gesamtes Leben verändern"

Schon in der Grundschule habe sie in Deutschbüchern gestöbert und dort die Gedichte herausgesucht. „Ich las sie sogar auf dem Klo, weil ich nicht davon wegkam“, berichtet Ntente. Ihr erstes Gedicht schrieb sie über eine Maus im Haus auf der Suche nach Speck. „Ich schrieb damals eher aus Langeweile“, erinnert sich Ntente an ein Ereignis, als sie neun Jahre alt war. Sie habe nach einem Regenguss auf einen Regenbogen gewartet, dieses Erlebnis in einem Gedicht verarbeitet und in der fünften Klasse den Sonderpreis eines Lyrikwettbewerbs gewonnen. „Heute hilft mir das Schreiben beim Verarbeiten von Gefühlen, beim Sortieren meiner Gedanken. Manchmal will ich gar nicht schreiben, aber ich habe den starken Drang, es tun zu müssen“. Warum sie ausgerechnet Gedichte schreibt und zum Beispiel nicht malt, begründet sie ganz einfach: „Ich bin eine totale Niete im Zeichnen und wäre wegen des Fachs Kunst in der 9. Klasse beinahe sitzen geblieben“.
Sie sei begeistert von Worten, weil sie so viel Macht in sich tragen würden, erzählt sie. „Ein Satz kann unser gesamtes Leben verändern, ins Gute oder ins Schlechte.“ Und sie weiß: „Worte machen die schönsten Liebeserklärungen“. Mit ihren Gedichten „es werde licht“, „Die Berge“ und „dede/opa“, das auf Türkisch und Deutsch geschrieben ist, ist sie nun in die engere Auswahl um den Literaturpreis gekommen.
Spätestens am 4. Juni wird sie wissen, wie sie abgeschnitten hat, und hofft nun, dass möglichst viele Menschen ein Votum für sie abgeben. Dem Sieger winkt neben einem Preisgeld von 500 Euro außerdem die Möglichkeit, einige Werke in Sendungen von hr-2-Kultur vorzustellen. Melis Ntente würde auf diesem Weg ihre Gedichte gerne mehr Menschen zugänglich machen, zumal sie ein großes Ziel verfolgt: Sie möchte einen eigenen Gedichtband veröffentlichen. 
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