Meditativer Gottesdienst in der Mönchhofkapelle

Rund 30 Besucher kommen zur Andacht zwischen den Jahren

GOTTESDIENST IM KERZENSCHEIN: Rund 30 Besucher kamen trotz frostiger Temperaturen in die kleine Kapelle auf dem Mönchhofgelände. (Foto: Scherer)

Kelsterbach (nad). Eine dicke Jacke, ein Sitzkissen und eine wärmende Decke für die Beine: Warm eingepackt hatten sich die Besucher des Gottesdienstes in der Mönchhofkapelle. Das war auch nötig: Pünktlich zur Andacht zwischen den Jahren wurde es knackig kalt. Doch die knapp 30 Besucher trotzten den winterlichen Temperaturen und genossen die besondere Atmosphäre.

Denn wie immer spendeten nur Kerzen Licht, einige Besucher hielten kurz die Hände über die Flamme, um die kalten Gliedmaßen zu wärmen, während Organist Lutz Berger die Finger in den Spielpausen in Handschuhe steckte. „Ich hoffe, Sie haben sich warm eingepackt, es wird noch kälter, je länger man sitzt“, sagte Pfarrer Joachim Bundschuh von der Friedensgemeinde. „Es ist immer besser, wenn man etwas tut, wir werden viel singen“, kündigte der Pfarrer an. Vor allem Weihnachtslieder, von „Nun freut euch, ihr Christen“ über „Es ist ein Ros’ entsprungen“ bis hin zu „Stern über Bethlehem“ sangen sich die Gottesdienstteilnehmer warm. Zur Ruhe kommen, den Alltag unterbrechen und über die manchmal verbissene Zielstrebigkeit schmunzeln, mit der wir die vermeintlich wichtigen Dinge verfolgen – das solle, so Bundschuh, in der Weihnachtszeit und zwischen den Jahren möglich sein.

Weihnachtsgeschichte in einer modernen Version

Die Weihnachtsgeschichte in einer modernen Version regte zum Nachdenken an: Hier hat der Besitzer des Hotels King David alles für die Ankunft des Messias vorbereitet, inklusive Präsidentensuite und rotem Teppich. Letzterer wird regelmäßig geputzt von einem Gastarbeiter, der mit seiner Frau, ebenfalls eine Gastarbeiterin, in freudiger Erwartung ist. Ihr Kind kann die Gastarbeiterin jedoch nicht im Hotel zur Welt bringen: Wegen der Volkszählung sind alle Zimmer belegt und die Suite für den Messias reserviert. Am Ende bleibt nur der Stall. Der Messias, glaubt der Hotelbesitzer, kam am Ende doch nicht, der Teppich wird eingerollt. Die Gastarbeiter Josef und Maria fliehen am Morgen mit dem Kind auf einem Esel vor Herodes.
Perfekt solle alles sein an Weihnachten, der Baum, das Essen, die geschmückte Wohnung und die Geschenke. Die, die nicht ins Bild passten, wie die Gastarbeiter, würden weggesperrt. Trotz guter Vorbereitung habe der Hotelbesitzer die Ankunft des Herren verpasst. „Vielleicht, weil Gottes Ankunft nicht den Erwartungen entsprochen habe?“, fragte Pfarrer Bundschuh.
Vielleicht, weil man ihn nicht hereinlasse, in die Flüchtlingslager auf Lesbos, weil man Geld für vieles andere ausgebe statt für die Krankenhäuser, weil man sich über ein Tempolimit streite, statt etwas zu tun, damit die Welt lebenswert bleibe. „Gott kommt anders: In denen, die auf meine Hilfe angewiesen sind“, so Bundschuh. Tröstlich sei zu wissen, dass Gott auch bleibe, egal ob man ihn erkenne oder nicht.

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