Weiter Lärm von der Startbahn

Bauausschuss stimmt für Vertragszusatz – Abriss der Schallschutzwand ab 2019

IN DIE JAHRE GEKOMMEN ist die Lärmschutzwand am Airportring, die abgerissen und neu errichtet werden soll – an manchen Stellen jedoch nicht mehr so hoch wie die bestehende Mauer. (Foto: D. Niedermann)

Kelsterbach. „Kelsterbach wird wohl niemals ein Luftkurort werden.“ Mit diesem Ausspruch beendete SPD-Fraktionschef Jürgen Zeller seine Ausführungen zum Thema Lärmschutzwand am Montagabend im Bauausschuss. Die graue Wand am Airportring soll abgerissen und neu errichtet werden. Deren Bau war Teil eines Nachbarschaftsvertrags zwischen der Stadt Kelsterbach und dem Flughafenbetreiber FAG, heute Fraport AG, aus dem Jahr 1968. Bürgermeister Manfred Ockel stellte noch einmal die Geschehnisse sowie die Ergebnisse des Zusatzes zum ursprünglichen Vertrag dar.

So habe der Flughafenbetreiber die Stadt 2012 darüber informiert, dass die Lärmschutzwand in einem derart maroden Zustand sei, der keinerlei Sanierung mehr zulasse und einen Neubau notwendig mache. Daraufhin hatte sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe gebildet, die insgesamt sechs Sitzungen, einige Ortsbegehungen sowie eine Infoveranstaltung abhielt. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert.
Der Vertrag von 1968 bleibt demnach bestehen. „Die Intention der Stadt ist es gewesen, keinen neuen Vertrag abzuschließen, entgegen der Bemühungen der Fraport AG“, sagte Ockel. Zudem werde es keinerlei Verschlechterung oder zusätzliche Belastungen für die Bevölkerung geben, so der Bürgermeister weiter.
Die Stadt habe zudem die Zusicherung der Fraport, über die Gestaltung des Zeitplans beim Ab- und Neubau stetig transparent informiert zu werden. Generell habe eine „enge Kooperation zwischen der Stadt Kelsterbach, der Stadt Frankfurt sowie der Fraport AG bestanden“, lobte Ockel die Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien. 
Die Gestaltungsform der neuen Lärmschutzwand steht noch nicht fest, sie wird aber an einigen Stellen wesentlich niedriger als die bestehende sein. Letztendlich sei die Gestaltung abhängig von den Lärmwerten und der umliegenden Bebauung.
Aber auch hier habe die Stadt eine vertragliche Zusicherung, sollten Gebäude abgerissen werden, müsse die Fraport gleichwertigen Lärmschutz schaffen, so Ockel.
Allerdings werden die Arbeiten nicht vor 2019 beginnen und wegen des starken Verkehrs am Airportring nur nach und nach in einzelnen Bauabschnitten möglich sein.
Der Ausschussvorsitzende Zeller lobte noch einmal die interfraktionelle Zusammenarbeit und betonte „dass die Situation für Kelsterbach nicht schlechter werden würde“. So habe „man die gesteckten Ziele erreicht, auch wenn es sicherlich nicht die Ideallösung zur gesamten Thematik Lärmschutz Flughafen sei.“
Somit bleibt ein Problem – die Lärmbelastung durch die Startbahn West – bestehen. Dieses Thema sei „mit der Lärmschutzwand und dem 68er Vertrag nicht lösbar“, sagte Ockel. Eine wirksame Abgrenzung zur Startbahn gebe es momentan nicht, „da eine nähere Wand an der Startbahn nicht möglich ist“, ergänzte der Bürgermeister. 
Ein Expertengutachten des Schallemissionsbüros Ziegelmeyer ergab zudem, dass veränderte Lärmwerte, neue Techniken und Lärmschutzmethoden sowie neu erbaute Gebäude nahe der alten Lärmschutzmauer diese in ihrer jetzigen Form schlichtweg obsolet machten. 
Das Bestehen des alten Vertrags sei für Kelsterbach somit „die beste Lösung“, denn es würden mit dem Neubau mindestens die dieselben Standards erfüllt, wie aktuell gegeben, betonte Ockel. Somit müssten die alten Richtwerte weiterhin eingehalten werden. 
Durch die vertraglich festgehaltene Einführung des sogenannten Monitorings, welches die Wählerinitiative Kelsterbach (WIK) für sich proklamierte, soll zudem festgestellt werden, ob die nötigen Grenzwerte eingehalten werden. Sonst kam von den anderen Fraktionen, außer einigen Änderungswünschen bei einzelnen Formulierungen seitens der WIK, keine nennenswerte Kritik an dem ausgearbeiteten Vertragszusatz. 
Letztendlich stimmte der Bauausschuss bei drei Enthaltungen der WIK für die ausgearbeiteten Vertragsergänzung. Die endgültige Entscheidung fällt am Montag, dem 19. März, in der Stadtverordnetenversammlung. (dan)

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