„Konkret und auch umsetzbar“

Linnert: Freie Wähler und Ausländerbeirat kommen ihrer Bringschuld nicht nach

AUF DER ZIELGERADEN ist man laut Erstem Stadtrat Kurt Linnert (Mitte) mit dem Integrationskonzept. Zusammen mit Familienstadt-Koordinator Franz Neufing (links) und Friedrich Heckmann stellte er das vorläufige Ergebnis vor. (Foto: Scherer)

Kelsterbach. „Die Beteiligung ist enttäuschend, das gebe ich zu“, bedauerte Erster Stadtrat Kurt Linnert (SPD). Waren zur ersten Integrationskonferenz 2013 noch knapp 150 Bürger gekommen, waren es bei der zweiten Auflage in der Mehrzweckhalle Süd nur rund 40 Teilnehmer. Dort stellte Professor Friedrich Heckmann vom Europäischen Forum für Migrationsstudien (efms) der Universität Bamberg das vorläufige Integrationskonzept der Stadt vor.

Ziel sei es, das Zusammenleben in Kelsterbach weiter zu verbessern und, so Linnert, auch zukünftigen Generationen – egal welcher Herkunft – eine lebenswerte Stadt zu bieten. Von derzeit rund 16 000 Einwohnern hätten etwa 30 Prozent ausländische Wurzeln. „Integration kann man nicht erzwingen, man muss sie leben. Sie kommt nicht von alleine, man muss sich einbringen“, betonte der Erste Stadtrat.
Entsprechend verstimmt war man darüber, dass außer Veysel Pountso niemand von den Freien Wählern an der zweiten Konferenz teilnahm. Die Partei hatte als einstiger SPD-Koalitionspartner das rund 50 000 Euro teure und Ende 2013 vom Parlament verabschiedete Konzept angeregt. Vermisst wurden auch die Mitglieder des Ausländerbeirates, allen voran der Vorsitzende Ayhan Isikli, der auch den Freien Wählern angehört.
Pountso sagte, dass viele Bürger enttäuscht seien, da das Konzept eigentlich schon im November 2014 umgesetzt werden sollte. Dennoch sei man dankbar, dass es jetzt fertig sei, so Pountso.
Linnert betonte, dass diejenigen, die das Konzept auf den Weg gebracht hätten, eine Bringschuld hätten und bei der Konferenz erscheinen sollten. Auch einige Teilnehmer waren verärgert. Man gebe den Leuten, die hier säßen und sich engagierten, mit diesem Verhalten eine Klatsche und das sei nicht in Ordnung, kritisierte eine Teilnehmerin.
Laut Heckmann ist Integration eine laufende Aktivität, die ständig verbessert werden könne. In den fünf Arbeitsgruppen wurden allgemeine Ziele formuliert, aber auch laufenden Maßnahmen aufgenommen. „Die Maßnahmen sind konkret und auch umsetzbar“, bewertete Heckmann die Ergebnisse. Beispielhaft nannte er den Bereich Bildung mit dem Ziel, die Bildungserfolge zwischen Deutschen und Migranten anzugleichen. Dafür sollen vor allem mehr Migrantenkinder die Angebote frühkindlicher Bildung besuchen. Laut Heckmann sei von einigen muslimischen Bürgern auch ein konfessionsloser Träger für eine Kita gewünscht, zudem sollen sich Migranten stärker in Elternbeiräten engagieren.
Ein Maßnahmenvorschlag im Handlungsfeld Vereine war, dass sich Hilfsorganisationen wie die Feuerwehr stärker für Migranten öffnen. Dem hielt der Vereinsringvorsitzende Thorsten Schreiner entgegen, dass sich sowohl Feuerwehr als auch der DRK-Ortsverein seit Jahren um Migranten bemühen, bisher jedoch ohne Erfolg.
Damit das Integrationskonzept umgesetzt wird, sollen die Arbeitsgruppen weiter aktiv sein und der Ausländerbeirat das Projekt begleiten. Zudem solle das Thema Integration zur Aufgabe der Stadtverwaltung werden. Laut Friedrich Heckmann könne Kelsterbach für viele Maßnahmen auch Fördergelder der EU, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sowie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales akquirieren. „Wir hätten uns schon Fördergelder für die Ausarbeitung dieses Konzepts gewünscht“, sagte Linnert.
Die jetzt erarbeiteten Ergänzungen werden in den nächsten Wochen geprüft, gegebenenfalls in das Konzept eingearbeitet und dann den politischen Gremien vorgelegt. Spätestens im September soll das Integrationskonzept verabschiedet und die Maßnahmen entsprechend ihrer Priorität abgearbeitet werden. (nad)

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