Kelsterbacher Verein sammelt Spenden für Erdbeben-Opfer

Große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung nach Social-Media-Aufruf

Da kam was zusammen: Freiwillige verladen die Spenden vor dem Vereinsheim in der Bergstraße. (Foto: Privat)

Kelsterbach (nad). Die Bilder aus der Türkei und Syrien gehen an die Nieren: zusammengestürzte Häuser, verschüttete Menschen, verzweifelte Helfer, die unter den Trümmern nach Überlebenden suchen, unzählige Verletzte und – Stand Mittwochmittag mehr als 11 000 Tote. Das schwere Erdbeben, das sich am Montag im syrisch-türkischen Grenzgebiet ereignet hat, sorgt weltweit für Entsetzen.

Gleichzeitig rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft an, auch in Kelsterbach. Dort hat der Verein Minderheitsvereinigung der Türken von West-Thrakien aus Griechenland am Dienstag spontan über Social-Media-Kanäle zu Spenden aufgerufen. Die Resonanz war überwältigend. „Wir waren völlig baff, innerhalb von sechs Stunden kamen 33 Europaletten zusammen“, berichtet der Vereinsvorsitzende Fatih Kustar überwältigt ob der Hilfsbereitschaft. Zahlreiche Mitglieder und Unterstützer des Vereins nahmen die Spenden am Vereinsheim in der Bergstraße an. Da einige selbst in der Logistikbranche arbeiten, hätten die Spenden gut verpackt und kommissioniert werden können, so Kustar. 

Unterstützung durch ansässige Logistikfirma und Fußballverein 

Unterstützung gab es auch von den Fußballern des FC Türk Kelsterbach, die ebenfalls die Werbetrommel gerührt und geholfen hatten, und so mussten die Helfer bereits kurze Zeit später nach dem Aufruf einen Annahmestopp vermelden, da der georderte Lkw bereits gefüllt war. 
Obwohl es eine spontane Aktion war, habe man die Spenden nach Vorgaben und Formalitäten der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD gesammelt, da die wisse, was benötigt werde, so Fatih Kustar. Denn einfach drauflossammeln, damit helfe man nicht. Vor allem Privatpersonen hätten Spenden abgegeben, darunter Kleidung. Ein Mann etwa habe zehn Karton mit Winterjacken abgegeben. „Es ist gerade verdammt kalt da“, beschreibt Kustar die Situation in dem Erdbebengebiet, in dem die Überlebenden alles verloren haben. Vor allem Babynahrung, Windeln, Nahrung für Erwachsene, Decken und Schuhe wurden darüber hinaus abgegeben. Eine Frau habe sogar neu gekaufte Kinderkleidung vorbeigebracht, berichtet der Vereinsvorsitzende.
Unterstützt wurden die Spendensammler von dem Kelsterbacher Logistikunternehmen Horizont-Transporte, das einen 40-Tonner bereitgestellt hat. Dieser Lkw ist mittlerweile mit den Hilfsgütern beladen und unterwegs in Richtung Nürnberg. Dort, so Kustar, legt er einen Zwischenstopp mit Fahrerwechsel ein – am Freitag startet der Lkw seine Fahrt in die Türkei. Wie Kustar berichtet, sei die Community in Kelsterbach tief getroffen von dem Erdbeben und dem Schicksal der Menschen. Vereinzelt gebe es auch Verbindungen in die betroffene Region, jedoch sei es derzeit schwierig, Kontakt zu Familienmitgliedern herzustellen. Der Vereinsvorsitzende betont, dass man weiter helfen und noch einmal eine Sammelaktion organisieren wolle. „Wir warten da aber noch auf die Rückmeldung der AFAD was benötigt wird“, so Kustar. Er geht davon aus, dass weiterhin Nahrung und Kindersachen, etwa Windeln aber auch Schnuller, benötigt würden. Selbst für die Haustiere der Menschen würden Futterspenden gesammelt.

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