Kelsterbacher Kita erhält erneut Gütesiegel „Buchkita“

Friedensgemeinde: Lesestoff wird in den Alltag integriert / Sprachfachkraft unterstützt

Freuen sich über die erneute Auszeichnung: die Kitakinder mit Alisa Götz, Janine Pappendick, Madeleine Coutandin, Stephanie Opel und Pfarrer Joachim Bundschuh (von links). Bürgermeister Manfred Ockel (links) gratulierte. (Foto: Koslowski)

Kelsterbach (rko). Die Mädchen und Jungen eilen zu ihren Bildern, die an der Wand hängen. Die Kreidemotive sind an das Bilderbuch „Krah!“ von Leo Timmers angelehnt. Die Kinder sollten sich auf schwarzer Bastelpappe so darstellen, wie sie sich selbst mit Farben anmalen würden. Dies sei aktives Anwenden von Büchern, erläutert Erzieherin Janine Pappendick.

Nachdem die Kinder ihre Bilder begutachtet haben, fällt ihr Blick auf die Süßigkeiten – was sie bejubeln. Die Knirpse müssen sich aber noch etwas gedulden, denn zunächst wird es ein wenig feierlich in der Kita der Friedensgemeinde. Leiterin Stephanie Opel, Stellvertreterin, Madeleine Coutandin, Sprachkraft Alisa Götz, Pappendick und Pfarrer Joachim Bundschuh möchten die Verleihung des Gütesiegels „Buchkita“ vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Deutschen Bibliotheksverband würdigen. Der Preis war der Kita bereits im Oktober offiziell auf der Frankfurter Buchmesse verliehen worden. Meike Betzold, Leiterin der Stadt- und Schulbibliothek war übrigens Jurymitglied. Schon zum zweiten Mal nach 2019 darf sich die Kita nun mit dem Gütesiegel schmücken, es wird stets für drei Jahre vergeben. 

Nur 13 Kitas in Hessen und 108 bundesweit haben Siegel

Bürgermeister Manfred Ockel besucht zur Feier des Tages die Kita und fängt ein munteres Gespräch mit den Kleinen an. Was ihre Lieblingsbücher sind, möchte er wissen und ob die Kinder viele Bücher zuhause haben. Die Mädchen und Jungen beantworten seine Fragen bereitwillig und aufgeschlossen. Er sei ganz stolz auf die Kita, sagt der Rathauschef und fordert die Erwachsenen zum Applaus für die Hauptpersonen, die Kinder, auf. „Wir sind stolz über die Verleihung“, sagt auch Leiterin Stephanie Opel. Nur 13 Kitas in Hessen und 108 bundesweit hätten dieses Siegel erhalten, weiß sie. Sie nennt einige Punkte, die zur Verleihung des Gütesiegels geführt haben: regelmäßiges Vorlesen, die Bücher in den Alltag der Kita zu integrieren, Bilderbücher anzuschauen, Bücher in verschiedenen Sprachen vorzuhalten, Werke aus der eigenen Bücherei auszuleihen, regelmäßige Besuche der Stadt- und Schulbibliothek, Vorlesepaten und noch einige andere Aspekte mehr. 
Großen Anteil an dem Erfolg beim ersten Sammeln von Erfahrungen mit Büchern hat die Sprachkraft Sara Dencesue, die sich derzeit in Mutterschutz befindet. Seit Anfang Januar taucht deren Nachfolgerin Alisa Götz mit den Kindern in die Welt der Bücher ein. Sie stellt fest, dass die Sprachkompetenz bei den Kindern sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Einige Kinder seien schon sehr weit, andere bräuchten dagegen alltagsintegrative Unterstützung. Einmal wöchentlich besucht daher auch eine Logopädin die Kita. 

16 verschiedene Sprachen werden in der Kita gesprochen

Der steigende Anteil von geflüchteten Kindern mache das Erwerben von Sprachkompetenz immer schwieriger, sagt Götz. In der Kita werden insgesamt 16 verschiedene Sprachen gesprochen, im Kitaalltag soll aber vorrangig Deutsch gesprochen werden. Die Erzieher mit Migrationshintergrund kommunizieren mit den Eltern dagegen oft auch in deren Muttersprache, um so zu erreichen, dass alle Informationen bei ihnen ankommen. Zuhause werden die Eltern übrigens angehalten, ebenfalls in der Muttersprache mit ihren Kindern zu sprechen, wenn sie die deutsche Sprache nicht richtig beherrschen. Die Kinder sind sehr interessiert an Büchern, hat Götz bereits in den ersten Wochen in der Kita der Friedensgemeinde erfahren. Sie haben das Bedürfnis, sich Bilderbücher anzuschauen, solche mit Autos und Baggern sowie über Freundschaften seien die großen Favoriten. Aber auch Sachbücher, die schlichtweg Wissen vermitteln, seien sehr beliebt.
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