Kelsterbach: Tierschutzverein und Schützengilde bündeln ihre Kräfte

Gemeinsamer Flohmarkt in der Mehrzweckhalle

Vereinsringvorsitzender Torsten Schreiner (rechts) begrüßt die Kooperation von Schützengilde und Tierschutzverein: Peter Stieglitz, Maxim Mironow, Josephine Kluge und Judith Wagner (von links).         Foto: Koslowski
 

Kelsterbach – Was haben der Tierschutzverein und die Schützengilde gemeinsam? Den Wunsch, Synergieeffekte zu erzielen. So betrieben beide Vereine beim Altstadtfest gemeinschaftlich einen Stand. Dasselbe machten sie bei der Einweihung des Bougé-Platzes. Und auch beim Kerweumzug taten sie sich zu einer Laufgruppe zusammen und teilten sich einen Wagen. 

Am Sonntag veranstalteten der Tierschutzverein und die Schützengilde in der Mehrzweckhalle Süd nunmehr erstmals zusammen einen Flohmarkt. „Es geht um gemeinsame Aktionen. Nicht jeder Verein muss sein eigenes Süppchen kochen“, sagte Judith Wagner, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie machte eine einfache Rechnung auf: Veranstalten zehn Vereine zehn Sommerfeste, gehe der Reiz für das Publikum vielleicht schnell verloren. Würden sich jedoch mehrere Vereine zusammenschließen und zu wenigen, aber großen Sommerfesten einladen, bleibe der Reiz erhalten. Peter Stieglitz, der zweite Vorsitzende der Schützengilde, sprach nicht nur die gemeinsame Verbundenheit der Vereine an, sondern auch die Bündelung von Kräften. Das Geschlechterklischee ist an dieser Stelle eher dem Zufall zu verdanken. Aber die männerdominierte Schützengilde hat sich für den Flohmarkt verstärkt dem Aufbau gewidmet, während der frauendominierte Tierschutzverein sich um das leibliche Wohl der Schnäppchenjäger kümmerte. Weil es nicht so viele Flohmärkte in Kelsterbach gebe, hätten sich die beiden Vereine überlegt, selbst einen auf die Beine zu stellen, berichtete Judith Wagner. Bei zwei Vereinen könnten sich die Teams gegenseitig ergänzen.
Viele Vereine würden klagen, dass sie zu wenig Unterstützung aus den eigenen Reihen für Veranstaltungen erhalten würden, sagte Josephine Kluge aus dem Organisationsteam. Deshalb sei es doch ein einfacher Weg, wenn sich Vereine zusammentun würden. Veranstaltungen spülen nämlich auch Geld in die Kasse. In diesem Fall waren es zehn Euro Standgeld pro Tisch. Da kam bei 62 Tischen schon ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Hinzu kamen noch die Einnahmen aus der Cafeteria. Der finanzielle Ertrag sollte dann an beide Vereine zu gleichen Teilen gehen. „Wir teilen die Arbeit und die Einnahmen“, sagte Stieglitz. Die Kooperation solle in jedem Fall weitergeführt werden, waren sich Wagner, Kluge und Stieglitz einig.
Vereinsringvorsitzender Torsten Schreiner befand sich am Sonntag ebenfalls unter den Schnäppchenjägern. „Ich finde die Zusammenarbeit vorbildlich und ganz ausgezeichnet“, urteilte er über die Vereins-Kooperation. Es sei vorteilhaft, wenn Vereine ihre Stärken und Personen bündeln würden. Er nannte etwa den Tennisclub, der bei seiner Jubiläumsfeier von Vereinen unterstützt worden sei.      rko

Noch keine Bewertungen vorhanden


X