Friedensgemeinde ohne Pfarrer?

Landeskirche plant Stellenstreichungen – Mitgliederzahlen leicht gestiegen

WAS BRINGT DIE ZUKUNFT? Darüber diskutierten die Mitglieder der Friedensgemeinde bei ihrer Versammlung im Gemeindezentrum mit Pfarrer Joachim Bundschuh (rechts). (Foto: Koslowski)

Kelsterbach (rko). Der Friedensgemeinde droht, ab dem Jahr 2024 ohne Pfarrstelle dazustehen. Das berichtete Pfarrer Joachim Bundschuh bei der Gemeindeversammlung im Gemeindezentrum.

Die evangelische Gemeinde sei Ende 2018 von der Leitung der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau über geplante Stellenstreichungen informiert worden. Die Landeskirche wolle ihre Pfarrstellen kürzen. Kelsterbach solle mit seinen drei evangelischen Gemeinden nur noch anderthalb Stellen zugewiesen werden, erklärte Bundschuh. Derzeit hat die Friedensgemeinde eine halbe Stelle, die Martinsgemeinde und die Christusgemeinde jeweils eine ganze Pfarrstelle.
Jeweils ein Viertel der Pfarrstellen in der Martins- und der Friedensgemeinde finanziert die Stadt. Da die Kommune keine eigenen Kindertagesstätten betreibt, beteiligt sie sich deshalb über die Finanzierung der Pfarrstellen indirekt an den Betreuungseinrichtungen der beiden Kirchengemeinden. Mit diesen beiden Viertelstellen hätten die drei Gemeinden theoretisch in der Summe zwei volle Stellen zur Verfügung. Die Christusgemeinde als größte Gemeinde könnte somit eine ganze Stelle erhalten, die beiden anderen kleineren Gemeinden jeweils eine halbe Stelle, erläuterte Pfarrer Bundschuh.

Friedensgemeinde als kleinste Gemeinde könnte leer ausgehen

Allerdings gebe es Überlegungen der evangelischen Landeskirche, die Verträge über die fremdfinanzierten Stellen zu kündigen und die Stellen somit zu streichen, so Bundschuh. Dann stünden eben nur noch anderthalb Stellen für die drei Gemeinden zur Verfügung: eine Stelle für die Christusgemeinde und eine halbe Stelle für die Martinsgemeinde. Die Friedensgemeinde als kleinste Gemeinde würde leer ausgehen. Die Gemeinde wolle dies nicht hinnehmen, kündigte Bundschuh an. Er habe bereits mit der Stadt über die Stellenstreichung gesprochen. Die habe großes Interesse daran, dass die Gemeinde weiterhin von einem Pfarrer betreut werde, betonte Bundschuh. Bürgermeister Manfred Ockel habe einen Brief an die Kirchenleitung geschrieben. Eine Antwort sei bisher ausgeblieben. Der Kirchenvorstand befinde sich zudem in Gesprächen mit der Raunheimer Paulusgemeinde. „Vielleicht ist aus Raunheim etwas zu bekommen“, hoffte Bundschuh. Die Paulus- und die Friedensgemeinde wollen sich deswegen zu einer gemeinsamen Kirchenvorstandssitzung treffen. 
Präses Holger Tampe erinnerte gleichwohl daran, dass Kelsterbach mit seinen drei evangelischen Kirchengemeinden durchaus eine privilegierte Stellung einnehme. Mit einer Kündigung der Verträge für fremdfinanzierte Stellen wolle die Landeskirche verhindern, dass finanziell gut gestellte Gemeinden zusätzliche Stellen finanzieren, andere Gemeinden dagegen unter einem Mangel an Pfarrer leiden würden. 
Die Gemeinde werde allerdings auch ohne Pfarrer weiter bestehen, betonte Bundschuh. Es gebe durchaus Kirchengemeinden, die dies ohne Pfarrer könnten. „Eine Gemeinde ohne Pfarrer ist zum Scheitern verurteilt“, befürchtete dagegen ein Gemeindemitglied.
Tampe machte unterdessen auf ein weiteres Problem der Landeskirche aufmerksam. Denn in den kommenden sechs Jahren würden 70 Prozent der Pfarrer des Dekanats Groß-Gerau-Rüsselsheim in den Ruhestand gehen. Es sei versäumt worden, für eine gesunde Durchmischung von jungen und alten Pfarrern zu sorgen. 

Im Schnitt kommen 27 Mitglieder zu den Gottesdiensten

Hoffnung machen dafür die Mitgliederzahlen, denn die Friedensgemeinde habe in den vergangenen Monaten Mitglieder gewonnen, berichtete Pfarrer Bundschuh aus der Statistik. Deren Zaurhl habe sich um neun Mitglieder auf 306 erhöht. Drei Mitglieder verstarben im vergangenen Jahr. Die Friedensgemeinde feierte im letzten Jahr sechs Taufen, Konfirmationen gab es jedoch keine, dafür aber zwei Trauungen. Drei Mitglieder traten aus, ein Mitglied konnte hinzugewonnen werden. Durch Umzug kamen 15 neue Mitglieder, sieben Mitglieder verlor die Gemeinde durch Wegzug. Die Gottesdienste im letzten Jahr wurden im Schnitt von 27 Gemeindemitgliedern besucht. 
In der Gemeindekita werden derzeit 126 Mädchen und Jungen betreut, informierte die Leiterin Bettina Spieske-Treutel. 19 Kinder haben die evangelische Konfession, 14 Kinder die katholische Konfession. 52 Kinder sind Muslime, drei gehören orthodoxen Kirchen an und 38 sind konfessionslos. Im vergangenen Jahr sei die achte Gruppe der Einrichtung aufgelöst worden, weil zu wenige Anmeldungen für Krippenkinder vorlagen. Eine Reaktivierung der Gruppe sei aber denkbar. Allerdings ist derzeit kein Personal für eine achte Gruppe zu finden.

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