Es fließen sogar Tränen

Jugendliche bringen in einem Workshop Gefühle zu Papier

COOLE POSE, JUNGE DICHTER: Zehn Jugendliche nahmen am Poetry-Slam-Workshop mit Reza Solhi (hinten, Zweiter von links) und Streetworkerin Jaqueline Wiewior (Zweite von links) teil. (Foto: Kriewitz)

Kelsterbach (mki). „Den Fokus mal nur auf sich zu haben – dafür hat man im Alltag oft keinen Kopf“, sagte der Poetry-Slammer Reza Solhi. Eine Möglichkeit, genau das zu tun, hatten Jugendliche nun bei einem Poetry-Slam-Workshop im Bürgertreff Mainhöhe. 

Neun Teilnehmer zwischen 10 und 16 Jahren beschäftigten sich einen Tag lang mit Poesie, wie man damit Gefühle ausdrücken und seine eigene Geschichte erzählen kann. „Es sind viele Tränen geflossen – sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Betreuern“, berichtete Solhi über das emotionale Projekt. 
Dabei war es nicht wichtig, einen Text in Reimform zu Papier zu bringen. „Erst einmal mussten die Teilnehmer in den Prozess des Schreibens kommen. Das fällt nicht immer leicht“, so der Workshop-Leiter. „Die Jugendlichen mussten ihre Ängste überwinden. Viele glaubten, dass die anderen es doof finden oder sogar über die Texte lachen könnten.“ 
Eine gute Grundlage für den Workshop bot die Arbeit von Streetworkerin Jaqueline Wiewior. „Die Rahmenbedingen hier sind super, weil den Teilnehmern hier ein sicherer Hafen geboten wird“, sagte Solhi, der die gute Arbeit der Streetworkerin lobte. „Dadurch sind die Teilnehmer sehr offen, fühlen sich sicher und kennen sich teilweise schon untereinander.“ 
Nach einer Meditationsübung ging es für die Teilnehmer in die Natur, in der jeder seine Gedanken festhalten konnte. Dabei beschäftigten sich die jungen Poeten unter anderem mit Themen wie Familie und Freundschaft, aber auch dem Tod. Wer wollte, durfte die Texte mit der Gruppe teilen. 
Eigene Gedichte von seinen Erlebnissen hatte der 16-jährige Zakariyya mitgebracht, der vor zwei Jahren als Flüchtling aus dem Irak nach Deutschland kam. Mit den Gedichten verarbeitete er die schmerzlichen Erfahrungen seiner Flucht, aber auch die Dankbarkeit für den Schulalltag in Deutschland. 
„In meiner Heimat musste ich immer nach der Schule arbeiten – schon mit zehn, elf Jahren. Das Geld habe ich dann meinen Eltern gegeben, damit wir essen kaufen konnten“, erzählte er von der Armut und der schweren Zeit. „Wenn ich Gedichte schreibe, geht der Schmerz raus aus meinem Herzen“, meinte der 16-jährige. „Danach geht es mir besser.“
Um die ernste und auch traurige Stimmung aufzulockern, gab es zwischendurch auch immer wieder Musik, zu der getanzt werden durfte. Mit der gemeinnützigen Organisation „Heartbeat Edutainment“ sind Solhi und sein Team vor allem in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. Mit seinem Konzept möchte er Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit geben, Zugang zu ihrer inneren Kreativität zu bekommen. In Kelsterbach war er bereits mit einem Hip-Hop-Workshop zu Gast.
„Ich bin sehr glücklich über die Zusammenarbeit“, freute sich Wiewior. Im Teenietreff würden immer wieder solche Themen angesprochen. „Hier beschäftigen wir uns mit solchen Themen noch mal in einer persönlicheren und tieferen Ebene“ Gleichzeitig baue der Workshop aber auch eine Brücke mit wertvollen Ansätzen für die weitere Arbeit, so die Streetworkerin.
Beim Sommerpicknick auf der Mainhöhe am kommenden Sonntag, 26. August, werden die Jugendlichen ihre Texte dann vortragen. In den Herbstferien ist Reza Solhi mit den Hip-Hop-Ferienspielen wieder zu Gast in der Untermainstadt. Dabei werden die Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, im „Heartbeat Bus“, einem mobilen Tonstudio, eigene Lieder aufzunehmen. Außerdem soll ein Musikvideo gedreht werden. 

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