Endlich mit der Familie skypen

Freies WLAN in der Flüchtlingsunterkunft dank der Vereine Kleeblatt und Freifunk

DEUTSCHKURSE ONLINE oder Kontakt zur Familie: Die Flüchtlinge freuen sich über das neue Angebot. (Foto: Scherer)

Kelsterbach. Online einen Deutschkurs machen oder via Skype mit der Familie in der Heimat sprechen – in der Flüchtlingsunterkunft im Air‧porthotel gibt es nun einen kostenlosen Internetzugang über WLAN. Nach vier Monaten Planung, Installation und Optimierung wurde die Freifunk-Internetanbindung nun offiziell freigegeben. Möglich gemacht hatten das Projekt der Sozialverein Kleeblatt und die engagierten Freifunker.

Kaum war der offizielle Teil mit kurzen Reden vorbei, da saßen die Männer, Frauen und Kinder auch schon an den Computern und probierten verschiedene Internetseiten aus. Facebook und Youtube wurden aufgerufen, außerdem Deutschkurse gesucht und noch einmal schnell nachgeschaut, wie der FC Barcelona gespielt hat.
Bei seiner Gründung im September hätte sich der aktuell zehn Mitglieder zählende Freifunk-Verein das Ziel gesetzt, in der Flüchtlingsunterkunft freies WLAN einzurichten, erklärte Elmar Meusel. Dafür wurden drei ausrangierte Computer und zwei Laptops von den Freifunkern auf Vordermann gebracht. Vereinsmitglied Peter Stumpe fischte die Hardware teils aus dem Sperrmüll und reparierte die Computer. Die seien zwar nicht die schnellsten Modelle, reichten aber zum täglichen Surfen und für Deutschkurse im Netz.
Damit die WLAN-Verbindung auch auf allen Stockwerken ausreichend ist, wurden laut Meusel insgesamt zehn Router in der Unterkunft aufgestellt, einer davon im Aufenthaltsraum, wo sich die Computerecke mit den drei PCs und Headsets befindet. Diese Freifunk-Router verbinden sich über eine spezielle Software miteinander und decken so das Gebäude mit WLAN ab.
Dass die Internetversorgung der Flüchtlingsunterkunft überhaupt umgesetzt werden konnte, sei vor allem Kleeblatt zu verdanken, erklärte Freifunker Christian Hufgard. Denn der Verein Kleeblatt übernahm die Gesamtkosten für das Projekt von rund 1500 Euro – inklusive Router, sowie den monatlichen Tarif für den Internetanschluss, angelegt auf zwei Jahre.
Ein Internetanschluss sei ein Basic, auch um mit der Heimat zu kommunizieren, betonte Georg Lauter. Kleeblatt verwaltet die Spendengelder für die Flüchtlingshilfe, so der Vereinsvorsitzende. „Dafür geben wir es gerne her.“ Kleeblatt-Mitglied Agneta Becker, die den Kontakt zwischen beiden Vereinen hergestellt hatte, hofft, dass nun auch die Arbeit der ehrenamtlichen Deutschlehrer erleichtert wird. Im Internet könnten die Flüchtlinge abseits des Unterrichts lernen, so Becker.
Mehdi Dokouhaki dankte den Freifunkern und allen Helfern. Neben Kleeblatt seien es auch die Mitglieder der Petrusgemeinde, die die Flüchtlinge unterstützten. Der Iraner betonte, dass man schnell Deutsch lernen wolle und dankbar sei, dass man aufgenommen wurde.
Auch Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) dankte den Freifunkern für ihre unbürokratische Hilfe und lobte das Engagement des Vereins.
„Ich werde das Internet nutzen, um mit meiner Familie über Skype zu sprechen“, erzählte Hassan Houseini. Es sei ein beruhigendes Gefühl, wenn man wisse, dass es den Menschen in der Heimat gut gehe. Houseini ist Afghane, lebte aber bis zu seiner Flucht nach Deutschland vor fünf Monaten im Iran, wo er als Fotograf und Filmemacher arbeitete. Über das Internet wolle er Deutsch lernen, an Fotowettbewerben teilnehmen und über die technischen Entwicklungen auf dem neuesten Stand bleiben.
„Wir sind sehr dankbar, dass die Menschen uns hier freies Internet zur Verfügung stellen“, erklärten Cali Caateeye aus Somalia. Es sei so einfacher, die deutschen Buchstaben und die Aussprache zu lernen. Bisher habe man nur über das Handy Kontakt nach Hause aufnehmen können, was teuer gewesen sei. Auch Badar Mahmood betonte, dass es dank verschiedener Youtube-Kanäle einfacher sei, Deutsch zu lernen. „Ich schaue gerne Zeichentrickserien für Kinder auf Deutsch. Die Sprache ist einfach und so kann ich sie besser lernen“, sagte der Pakistaner lachend.
Laut Christian Hufgard wollen die Freifunker weitere öffentliche Plätze in Kelsterbach mit Freifunk-Netzen versorgen, darunter den Marktplatz und den Graf-de-Chardonnet-Platz. (nad)

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