CDU schickt Wenzel ins Rennen

Der 39-jährige Christdemokrat tritt gegen Ockel bei der Bürgermeisterwahl an

DER WAHLKAMPF beginnt: Mit Daniel Wenzel (Zweiter von links) stellt die Kelsterbacher CDU einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz, Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne und Stadtverbandsvorsitzender Uwe Albert (von links) gratulierten als erste. (Foto: Scherer)

Kelsterbach. „Daniel, wir rocken das Ding!“ Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands, Uwe Albert, strahlte zuversichtlich. Die Kelsterbacher Christdemokraten haben ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 15. Juni gekürt. Nachdem sich zunächst nur der CDU-Vorstand auf Daniel Wenzel als Herausforderer für den Amtsinhaber Manfred Ockel (SPD) geeinigt hatte, sprachen sich nun auch die CDU-Mitglieder in ihrer Versammlung einstimmig für den 39-Jährigen als Kandidaten aus. Ob er denn die Wahl annehme, fragte Albert der Form halber. „Sehr, sehr gerne“, war die Antwort von Daniel Wenzel, auf den nun das nächste halbe Jahr viel Arbeit zukommt.
Über 20 Mitglieder und Gäste waren in den Hessensaal zur Mitgliederversammlung gekommen, der sich nahtlos der Neujahrsempfang der Kelsterbacher Christdemokraten anschloss. Neben dem CDU-Europaabgeordneten Michael Gahler waren auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten des Kreises Groß-Gerau, Sabine Bächle-Scholz und Günter Schork, sowie der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt und sein Amtskollege aus Büttelborn, Andreas Rotzinger, gekommen.

Bei der letzten Bürgermeisterwahl 2008 hatte die CDU auf einen eigenen Kandidaten verzichtet. Es sei aber allen klar gewesen, 2014 mit einem eigenen Bewerber anzutreten, so Uwe Albert. Schon im Vorjahr habe man sich mit diesem Thema beschäftigt. „Wir sind fündig geworden“, sagte Albert zufrieden.
Daniel Wenzel, der seit rund drei Jahren in Kelsterbach wohnt und seit vier Jahren CDU-Mitglied ist, sei eine Alternative zum derzeitigen Amtsinhaber und auch politisch nicht vorbelastet, so Albert. Er strahle somit Neutralität aus und könne einen Blick von außen auf die Stadt werfen. Dass Wenzel keine Erfahrungen in der Verwaltungsarbeit hat, ist für Albert kein Problem. „Es gibt etliche Kandidaten aller Parteien im Kreis, die bewiesen haben, dass es auch ohne geht“, betonte Albert.
Ein Pluspunkt sei vor allem Wenzels Erfahrung im Finanzbereich. Denn der in Lich geborene und in Dillenburg aufgewachsene Wenzel arbeitet seit 13 Jahren in der Finanzbranche, war Kundenberater und stellvertretender Filialleiter bei der Commerzbank. Seit vier Jahren ist der studierte Bankbetriebswirt als selbstständiger Finanzplaner tätig. Während seiner kaufmännischen Ausbildung hatte es den 39-Jährigen 1996 erstmals in die Untermainstadt verschlagen. Nun soll Kelsterbach auch sein Zuhause bleiben.
Als Wenzel mit Anfang 20 das erste Mal nach Kelsterbach gekommen sei, habe er die Stadt schnell ins Herz geschlossen. „Ich wurde herzlich aufgenommen, mir gefiel die schnelle Anbindung zum Flughafen – aber auch die schöne Lage direkt am Main und die Nähe zur Natur.“
Doch schon damals seien ihm auch die weniger schönen Seiten der Stadt aufgefallen, wie das Fehlen einer Stadtmitte und die damit einhergehenden fehlenden Einkaufsmöglichkeiten sowie das Erscheinungsbild des Bahnhofs. Hier sei ihm vor allem ein barrierefreier Zugang ein Anliegen, so Wenzel.
Die Entscheidung, als Bürgermeisterkandidat anzutreten, habe er sich nicht leicht gemacht, vor allem, weil er zuvor nie in einer Behörde gearbeitet habe. „Mittlerweile bin ich aber davon überzeugt, dass ich viel für unsere Stadt tun kann“, so Wenzel.
Seine derzeitige Tätigkeit lasse sich so beschreiben: Er helfe seinen Kunden, ihre Kosten zu verringern und die Erträge zu steigern. „Das kann auch für Kelsterbach interessant sein“, so Wenzel. Dass sich alle Mitglieder ohne Gegenstimme für ihn ausgesprochen hätten, zeige, dass alle an einem Strang ziehen. „Ich freue mich auf den Wahlkampf und bin zuversichtlich, auch wenn es ein hartes Stück Arbeit wird“, so der Bewerber.
Beim anschließenden Neujahrempfang hatten die Mitglieder und Gäste die Möglichkeit, den CDU-Kandidaten näher kennenzulernen. Mit Annerose und Dieter Tanke, Bruno Zecha und Eleonore Wagner nahmen auch Mitglieder der Wählerinitiative Kelsterbach (WIK) an dem Empfang teil.
Ob und wie die WIK den CDU-Kandidaten unterstützen werde, ließ Bruno Zecha aber zunächst offen, da man erst das Wahlprogramm abwarten wolle. Die berufliche Laufbahn von Wenzel bewertete der WIK-Fraktionschef jedoch positiv. Somit habe er vielleicht eine andere Denk- und Handelsweise als jemand, der aus der Verwaltung komme. (nad)

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