Aufzug für Bahnhof Kelsterbach: Arbeiten laufen auf Hochtouren

Bauleiterin: „Wir sind wieder im Zeitplan“

AUFGERISSEN ist der Bahnsteig, auf dem aktuell vor allem Spezialgeräte Platz haben. Bald soll hier ein Aufzug den barrierefreien Zugang zu den Zügen ermöglichen. (Foto: Postl) 

Kelsterbach (pos). Wo sonst Pendler auf die S-Bahn warten, steht ein „Spinnenkran“, im Untergrund des Bahnsteigs wütet ein Abbruchroboter.
Am Bahnhof tut sich ordentlich was. Die Bauarbeiten für den Aufzug und den damit lang ersehnten barrierefreien Zugang zum Bahnsteig sind in vollem Gang. Sogar der Schacht für den Lift ist schon zu erkennen. Dabei dürfen die Arbeiter kaum Zeit verlieren, und so wird auch nachts gewerkelt.

Denn für die groben Vorarbeiten des insgesamt rund 1,8 Millionen Euro teuren Projekts der Deutschen Bahn wird die aktuelle Sperrzeit der Bahnstrecke genutzt. Noch bis zum 14. Dezember fahren die Linien S 8 und S 9 über den Flughafen Fernbahnhof und halten nicht in Kelsterbach. Hintergrund ist die Anbindung des neuen Bahnhofs Gateway Gardens an das bestehende Schienennetz. Diese Sperrzeit will man nutzen, um alle Vorarbeiten für den Einbau des Aufzugs, der erst im Januar geliefert wird, vorzunehmen. Der Einbau des Lifts, eine Stahl-Glas-Konstruktion, ist für Mitte Januar bis Mitte März veranschlagt, im Frühjahr soll der Aufzug in Betrieb gehen. Mit den aktuellen Abbrucharbeiten wurde die Firma Lupp aus Gießen beauftragt. Sind die Arbeiten beendet, wird eine Stahlbaufirma das „Korsett“ für den Aufzug einbauen. „Wir mussten zunächst einmal den Bahnsteig öffnen, um an die Stelle zu kommen, wo die Abbrucharbeiten für den einzubauenden Aufzug vorgenommen werden müssen“, erklärte Bauleiterin Jessica Menges.

Auf alte Spundwände gestoßen

Zur Absicherung der Baustelle wurden zunächst Spund-Elemente in den Boden getrieben. Insgesamt wurden dafür 25 Löcher zwischen sechs und neun Metern gegraben. Dabei sei jedoch eine unangenehme Überraschung zum Vorschein gekommen, wie die Bauleiterin berichtete. Man stieß auf alte Spundwände, die beim Bau des Treppenaufgangs eingebracht, aber dann dort zurückgelassen wurden. „Das hat uns zwei Tage gekostet, aber es haben alle perfekt zusammengearbeitet, sodass wir jetzt wieder im Zeitplan sind“, freute sich Menges. Obwohl von außen wenig von den Arbeiten zu sehen und noch weniger zu hören ist – die Baustelle wurde mit zusätzlichen Lärmschutzelementen abgeschottet – herrscht in der Grube für den Schacht nicht nur rege Tätigkeit, sondern auch ein Höllenlärm – wenn der Abbruchroboter in Aktion tritt. Dieser wurde mit einem Spezialkran von oben in die geöffnete Baugrube gelassen, und arbeitet dort unten, wenn es sein muss, täglich 24 Stunden lang. „Es bleibt aber immer noch genug für die Bauarbeiter übrig“, zeigte Menges auf diverse Bohr- und Abbruchhämmer. Auch der Abraum muss aus der Baugrube geschafft werden, auch dies erfolgt über den „Spinnenkran“ auf dem Bahnsteig. „Wir haben hier viele Spezialgeräte im Einsatz, da wir ja überall eine Decke oder ein Dach zu beachten haben“, erklärte die Bauleiterin. 

 „Das schaffen unsere fleißigen Arbeiter alles bis zum 12. Dezember“

Sind alle Abbrucharbeiten abgeschlossen, erfolgt die Verschalung für den Aufzugsschacht. Dieser wird dann mit Beton ausgegossen. Auf rund 60 Kubikmeter Beton veranschlagt die Bauleiterin den Bedarf. Zuvor muss aber die Gründung, also die Festigkeit des Bodens, überprüft werden. Dies erfolgt mittels einer „Fallplatte“, wie der „dynamische Lastplattendruckversuch“ nur genannt wird. Dann muss das Dach über dem Bahnsteig geöffnet und entsprechend gesichert werden, denn der Aufzugsschacht ragt entsprechend hoch über den Bahnsteig hinaus. Zum Schluss wird wieder die Bahnsteigoberfläche samt Pflasterung hergerichtet. „Das schaffen unsere fleißigen Arbeiter alles bis zum 12. Dezember“, ist sich Bauleiterin Jessica Menges sicher. Ab diesem Datum sollen nämlich die ersten Probezüge wieder auf den Gleisen fahren. Schwere Fahrzeuge erreichen die Baustelle über die Südseite, wo ein Teil der Lärmschutzwand geöffnet und die Gleise mit Bodenplatten abgedeckt wurden. Um unnötigen Verkehr zu vermeiden, sind entlang der Waldstraße die Betonmischer aufgestellt, die Baustelleneinrichtung befindet sich in der Nähe auf einem Parkplatz in der Alten Mörfelder Straße. Die Unterführung ist für Fußgänger und Radfahrer nach wie vor passierbar, der Zugang zum Bahnsteig jedoch mit Spanplatten und Gittern abgesperrt. „Kein Zug“ steht in großen Lettern auf der Baustellenwand, Richtungspfeile verweisen auf den Schienenersatzverkehr, der während der Sperrzeit von der Nordseite des Bahnhofes abfährt. 

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