Anlaufschwierigkeiten beim digitalen Impfpass

Kelsterbacher Apotheken mussten anfangs viele Kunden vertrösten

Kritisiert den hohen Aufwand: Christine Lichtenthaeler von der Stadt-Apotheke hat mittlerweile immerhin schon mehr als 100 QR-Codes ausgestellt. (Foto: Erlenbach)

Kelsterbach (erl). Wer zweimal gegen Corona geimpft ist, hat etwas mehr Freiheiten. Viele wollen aber nicht ständig ihren Impfausweis mitführen und wünschen sich deshalb den QR-Code auf ihr Smartphone, mit dem sie den Nachweis einer vollständigen Impfung erbringen können. Doch so einfach ist dieser Code teils gar nicht zu bekommen.

Theoretisch könnte er seit vergangener Woche im Impfzentrum Groß-Gerau vergeben werden. Doch dort weisen Schilder schon am Eingang darauf hin, dass hier keine QR-Codes ausgestellt werden können. Stattdessen heißt es beim Auschecken, demnächst bekomme man einen Brief, der diesen Code enthalte. Diesen müsse man dann mit dem Mobiltelefon abscannen. „Einige Wochen kann es schon dauern“, lautet die Auskunft einer Mitarbeiterin auf die Frage, wann denn der Brief komme.
Erst wochenlang auf einen Impftermin warten, dann wochenlang auf den zweiten Termin und jetzt noch einmal wochenlang auf den Impfnachweis warten? Dazu haben viele offenbar keine Lust. Abhilfe soll es in den Apotheken geben, die über eine Software mit den Daten der geimpften Menschen den QR-Code generieren für den digitalen Nachweis. Pro QR-Code erhalten die Apotheken aktuell 18 Euro; dieser Betrag soll jedoch bald gekürzt werden. Der Zeitaufwand für das Personal in den Apotheken ist hoch. Die Mitarbeiter müssen sich nicht nur mit der Technik herumschlagen, sondern auch die Impfausweise kopieren, die Personalausweise kontrollieren sowie prüfen, ob der Impfpass nicht womöglich gefälscht sein könnte.

System brach mehrmals zusammen

Geklappt hat die Sache mit dem Code auf Anhieb nicht. In den ersten Tagen sei die entsprechende Internetseite entweder gar nicht oder nur zeitweise erreichbar gewesen. Immer wieder sei die Verbindung zusammengebrochen, berichtet Apothekerin Christine Lichtenthaeler von der Stadt-Apotheke. Am ersten Tag habe sie sich um 8 Uhr eingeloggt, „drei Minuten später ging nichts mehr“. Die Kunden, die bereits gewartet hatten, mussten vertröstet werden, denn das System sei anderthalb Stunden nicht nutzbar gewesen. Am zweiten Tag habe das System zunächst anderthalb bis zwei Stunden funktioniert, danach sei es den ganzen Tag nicht mehr erreichbar gewesen. Seit Mittwoch vergangene Woche laufe es nun einigermaßen stabil. Inzwischen haben mehr als 100 Menschen den QR-Code für ihre Impfung in der Apotheke bekommen. 
Aber auch am Montag dieser Woche gab es erneut einen Ausfall. Christine Lichtenthaeler macht im Gespräch ihrem Ärger über die ganze Sache Luft. Ärzte und Behörden, die das ihrer Ansicht nach eigentlich zu erledigen hätten, wollten nicht – weshalb man die Aufgabe an die Apotheken gegeben hätte. Es sei schwer gewesen, sich so kurzfristig auf die neue Aufgabe einzustellen. Und nach wenigen Tagen kam die Ankündigung, demnächst das Honorar für den Code zu reduzieren.

Vor allem ältere Menschen brauchen Hilfe und Beratung

Den Code selbst über das Internet zu beschaffen, sei der geringste Aufwand. Seit die Apotheken diese Dienstleistung erbringen, stehe jedoch das Telefon nicht mehr still. Die Menschen haben unzählige Fragen. „Ich musste eine Mitarbeiterin nur für das Telefon abstellen“, so Lichtenthaeler. Vor allem ältere Menschen kämen in die Apotheke und benötigten viel Hilfe. Das Personal müsse ihnen oft die benötigte App für den Code und dann den Code selbst auf das Handy laden, ihnen dann zeigen, wie sie ihn im Bedarfsfall vorzeigen. Manche hätten noch ein altes Klapphandy, da funktioniere das Ganze überhaupt nicht.
Einige Kunden müssten 15 Minuten und länger beraten werden. „Und dann wird auch noch behauptet, wir bekämen zu viel Geld.“ Die Diskussion sei bei der Ausgabe von Schutzmasken ähnlich gewesen. „Wir haben kurzfristig davon erfahren und mussten uns die Masken quer durch Deutschland für viel Geld besorgen“, erinnerte sich Lichtenthaeler. Als dann die Preise am Markt gesunken sind, habe man das Honorar für die Apotheken reduziert, obwohl diese noch für teures Geld eingekauft hatten. Ähnlich sei das bei den Corona-Tests gelaufen. Auch hier habe man einen großen Aufwand betrieben, der dann durch eine Kürzung des Geldes „honoriert“ worden sei, ärgerte sich Lichtenthaeler. Hinzu komme, dass derzeit kaum noch Fachpersonal für die Apotheken zu bekommen sei.
Von ähnlichen Problemen berichtet auch Elisa Moritz von der Europa-Apotheke. Manchmal funktioniere das System, manchmal nicht. Interessenten für einen Code müssten teilweise mehrfach kommen und seien ungehalten, wenn die Internetseite immer wieder zusammenbricht. „Ein Kunde musste fünfmal herkommen, bis er seinen Code hatte.“ Dass der Ansturm auf die Codes groß ist, liegt wohl auch an der Urlaubszeit. 
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